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Film - Solo: A Star Wars Story

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Achtung, Spoiler!

(Obacht! Meine Meinung basiert auf wagen Erinnerungen.)

Ich war im Kino. Die Entscheidung stand zwischen Deadpool 2 und Solo: A Star Wars Story. Kurzerhand dachte ich mir, dass Star Wars im Kino wohl mehr vom Kinofaktor profitiert und ich wollte mir keineswegs die spoilergespickten Reviews und Analysen der nächsten Tage und Wochen entgehen lassen. "Star Wars muss sein.", dachte ich.

Solo war seit Jahren der erste Star Wars Film dessen Trailer ich im vorhinein angesehen habe. Ich bin kein Freund davon mir Trailer oder Teaser von Filmen anzusehen, die ich mir sowieso anschauen werde - meistens verraten diese für meinen Geschmack schon zu viel (aber das ist ein anderes Thema). Die Trailer und Teaser waren ganz gut und hatten mich auf eine falsche Fährte gelockt. Nach dem ersten Teaser nahm ich an, dass Han Solo am Anfang des Films Speeder-Rennen fahren muss - schlussendlich handelte es sich doch nur um eine einzige Verfolgungsjagd. Auf die übergeordnete Story konnte ich noch gar nicht schließen. Also bin ich relativ frisch und entspannt in den Film gehopst. Mit genügend Snacks und niedrigen Ansprüchen (durch The Last Jedi; ebenfalls ein anderes Thema) startete also das kleine Spektakel.

Den kompletten Anfang fand ich relativ langweilig. Nicht falsch verstehen: hat mir gut gefallen, aber einige Wochen später kann ich mich an kaum Szenen erinnern. Das ist allerdings nicht so schlimm, da für mich einige spätere Begebenheiten umso einprägsamer waren. Han hat also irgendeine Lady namens Qi'Ra am Start und die beiden werden getrennt. Seine einzige Möglichkeit: beim Imperium anheuern. Wie geil ist das denn? Sofort kamen mir Erinnerungen an die Background-Story von Han hoch. Ich dachte mir: Super, jetzt sehen wir Han im Tie-Fighter und auf spannenden Mission für das Imperium - geprägt von Zweifeln und Auflehnung. Irgendwann rettet er sicher Chewbacca und dann holen sie gemeinsam Han's Kleine!

Schnitt! Matsch.

Doch ich war positiv überrascht. Zwar musste Han am Boden bleiben, doch die imposanten Bilder und die dichte Atmosphäre zogen mich in die düstere Kriegsszenerie. Imperiale Truppen kämpften gegen....gegen wen eigentlich? Ich weiß nicht, ob mir das das Gefühl der Bedrängnis und Unsicherheit geben sollte oder sie einfach vergessen haben zwischendurch auch mal eine gegnerische Stellung ins Bild zu fahren. Oder vielleicht überhaupt einen Gegner?

Naja, geschossen wurde trotzdem - und zwar nicht zu knapp. Das hatte einen ganz speziellen, wunderbaren, dunklen, unwohlsamen Star Wars Flair. Schade fand ich, dass fast gänzlich auf die klassischen Sturmtruppen-Rüstungen verzichtet wurde. Ergab Sinn, hätte ich aber persönlich gerne hier und da gesehen (voller Matsch und demoliert).

Dann trifft Han auch bald auf Chewie und die beiden verbrüdern sich. Mir hat da zwar der Teil mit "Han rettet Chewbaccas Leben und Chewie stellt sich deshalb in dessen Schuld" gefehlt, denn hier haben sie sich gegenseitig gerettet, aber das sollte wohl so sein. Ansonsten wäre Han wohl wirklich als Wookiee-Treiber durchgegangen - so sind es einfach zwei Bros. Passt.

Tja, leider war es das auch schon mit cooler Action auf dem bedrückenden Schlachtfeld. Jetzt folgt die Standard-Action - so wie wir sie schon tausende Male gesehen haben. Ich war wirklich enttäuscht, dass man ein so besonderes Setting, dass in dieser Form in keinem anderen Star Wars Film gezeigt wurde, aufgibt, nur um dann mit einer Western-Schießerei auf einem Zug weiter zu machen. Leider konnte ich auch nicht wirklich mitfühlen, als Charaktere starben die ich seit gefühlt 5 Minuten kannte. Außerdem hatte ich währenddessen Zeit darüber nachzudenken, dass Han Solo offenbar eine ganze Weile bei den imperialen Streitkräften verbracht hatte. Es fiel mir schwer die vergangene Zeit einzuschätzen (ich hätte auch gerne mehr von der imperialen Ausbildung gesehen), aber ich dachte mir "Ist das wirklich die erste Gelegenheit Qi'Ra zu retten? Hat er wenigstens mit ihr über Whatsapp Kontakt gehalten? Wie lange hätte er noch bei den Imperialen weiter gemacht, wenn diese Banditen nicht das Schiff geklaut hätten? Besonders schwer schien dies ja nicht. Hätte Han auch alleine oder mit Chewie machen können."

Hatte ich schon die Himmelshunde erwähnt? Das sind diese Konkurrenzbanditen die mitten im Film aus dem Nichts auftauchen. Immerhin haben die ein cooles Lego-Set bekommen, denn an Hintergrund mangelte es auch ihnen. Es kamen einfach immer mehr gesichtslose Charaktere dazu, die ich vorher nicht kannte und die vermutlich nie wieder auftauchen werden. Das bringt mich gleich zu meinem nächsten Punkt: ihr holt fucking Darth Maul aus der Kiste und dann nur in einem Hologramm am Ende des Films? Warum ist das nicht der Antagonist des gesamten Films? Entweder ganz oder gar nicht. Jetzt wirkt sein Auftritt wie ein "Hey! Schaut mal, hier ist ein Charakter den ihr gerne sehen würdet. Also bewertet diesen Film gut, damit ihr ihn in einer anderen Star Wars Story (vielleicht Solo 2?) sehen dürft."

Den eigentlichen Oberbösewicht sah man meiner Meinung nach auch zu selten. Der war krass, keine Frage. Aber er hatte für mich einfach zu wenig direkten Impact auf der Leinwand. Dann stellt sich noch raus, dass Solo's Lady irgendwie böse ist, den vorherigen Schurken ersetzt und mehr habe ich mir auch nicht gemerkt.

Was ich inzwischen darüber denke? Erst nochmal angucken, bevor ich den Film in eine Ecke dränge. Endlich weiß ich was der Kessel Run ist und der Film hat Stellenweise großen Spaß gemacht. Das hier ist natürlich auch keine ausführliche Review - sollte es auch nie sein. Ich wollte einfach ein paar meiner Gedanken rausballern und jetzt habe ich das Gefühl, dass diese doch eher negativ sind. Deshalb hier nochmal eine kleine Liste von positiven Punkten zum Abschluss:

  • Lando ist gut gekleidet
  • Der Rasender Falke sieht schick und frisch aus
  • Action-Szenen sind gut umgesetzt
  • Han's Waffe ist ein kleines Puzzle-Spiel
  • Han Solo hat einen gut passenden Schauspieler (das war wichtig)
  • Darth Maul ist cool
  • Neue, interessante Schiff- und Fahrzeug-Designs
  • Die Matsch-Schlacht-Atmosphäre
  • Teilweise unterhaltsame Dialoge
  • Einige spannende neue Charaktere (z.B.: L3-37, Tobias Beckett und Rio Durant)
  • Ganz coole neue Lego-Sets
  • Der Film hat mich stellenweise überrascht
  • Star Wars! Yeahhhh!

Bis bald,

Euer Felix.

Bildquellen (Einzelbilder der Collage):
https://www.cnet.com/news/solo-a-star-wars-story-review-simple-fun-but-han-deserves-better/
https://en.wikipedia.org/wiki/Han_Solo
https://uproxx.com/hitfix/lando-fan-favorite-solo-a-star-wars-story/

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